INKOTA: Sollen Entwicklungsländer die Möglichkeit erhalten, ihre heimische Grundnahrungsmittelproduktion vor Billigimporten zu schützen?
Grundsätzlich bin ich kein Freund von Protektionismus. Aber solange man nicht von einem fairen Welthandel sprechen kann und angesichts von Hungerkrisen müssen Übergangsszenarien greifen. Die SPD hat sich mit Parlamentsbeschlüssen für die ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung eingesetzt.
Wir fordern im Regierungsprogramm gerechte Handelsbedingungen für Entwicklungsländer ein, die den armen Ländern eine bessere Teilhabe am Welthandel ermöglichen. Den Entwicklungsländern sind angemessene Schutzmöglichkeiten für ihre Ernährungssicherheit und für die im Aufbau befindlichen Dienstleistungs- und Industriezweige zu gewähren.
Um die Ernährung ihrer Bevölkerung zu sichern, brauchen Länder Politikspielraum, der es ihnen erlaubt Instrumente zu nutzen, die ihrer jeweiligen spezifischen Situation angemessen sind. Hierzu gehören u.a. auch Importzölle, die bestimmte wichtige Bereiche dauerhaft schützen oder Zölle, die die Entwicklung bestimmter Branchen vorübergehend schützen (so genannte Erziehungszölle). Entwicklungsländer müssen eine bewusste Außenhandelspolitik, aber auch Investitionspolitik betreiben können.
Ganz zentral für einen fairen Welthandel ist darüber hinaus aber vor allem, dass die Industrieländer endlich die Verzerrungen des Welthandels abbauen, die sie selbst durch Subventionen und Exportsubventionen verursachen.








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