Mit 'Finanzkrise' verschlagwortete Einträge

Von der Habsucht

„Die aber reich werden wollen, fallen in Versuchung und verstricken sich in viele törichte und schädliche Begierden, die die Menschen in Verderben und Verdammnis stürzen. Denn Habsucht ist eine Wurzel aller Übel.“
1. Timotheus 6, 9f.

Ich widme dieses Zitat der Woche Herrn Cromme. Als Vorsitzender der Corporate Goverance-Kommission der Bundesregierung hat er gute Arbeit geleistet. Aber seine aktuellen Einlassungen zu den Reformvorhaben der Bundesregierung im Bereich Managerregeln sind eine einzige Enttäuschung. Man kann den Eindruck gewinnen, die richtige Lehre aus der Krise sei einfach „Weiter so!“. Das ja nun bestimmt nicht. Ich vermisse bis heute eine ehrliche Aufarbeitung der Missstände in der internationalen Finanzwelt und Wirtschaftskrise von denen, die sie hauptsächlich zu verantworten haben.

Gastbeitrag: Münte in Weinheim

Von Dieter Lattermann

„Man muss das Leben nehmen, wie es ist, aber man darf es nicht so lassen.“

Ein 100 Jahre alter Genosse hat Franz Müntefering diesen Rat gegeben und damit offene Türen eingerannt. Der Rat ist kein Rezept für politisches Handeln, wohl aber eine Aufforderung, sich einzumischen und Veränderungen anzustreben. Das hat Franz Müntefering immer getan, und darüber hat er bei einer Veranstaltung „Im Gespräch mit Lothar Binding“ in Weinheim vorigen Freitag berichtet.

Eine Stadthalle voller Menschen erwartete den alten und neuen Parteivorsitzenden und Hoffnungsträger der Sozialdemokraten. Sie wurden nicht enttäuscht.

Franz Müntefering in Weinheim

Franz Müntefering in Weinheim

Es begann mit Erzählungen aus seiner Jugendzeit – neben dem fehlenden Geld für den Besuch einer weiterführenden Schule spielte auch die Vorliebe für den Fußball eine Rolle: „Volksschule war mir recht, da hatte ich mehr Zeit zum Fußballspielen“. Aber Bücher kamen dazwischen, von denen er reichlich konsumierte. „Menschen haben Verantwortung und müssen sich einmischen“, lernte er aus ihnen. 1966 trat Franz Müntefering in die SPD ein. Verantwortung, das ist etwas, was sich durch das Leben von Müntefering zieht. „Opposition ist Mist“, hat er einmal gesagt, Verantwortung muss man tragen, wenn man etwas erreichen will. Dem Pragmatismus redet er das Wort: „Wenn man ein Ziel hat, muss man nicht unbedingt in Schussfahrt dorthin kommen, vielleicht geht es im Slalom, aber auf keinen Fall im Kreisverkehr“.

Aber auch aktuellen Themen ging Müntefering nicht aus dem Weg: „Wir müssen über Grundsätze sprechen“, betonte er. Globalisierung und Finanzkrise werden Themen der kommenden Monate sein und, wie der notwendige gesellschaftliche Wandel stattfinden solle. „Darauf müssen wir Antworten geben“, sagte Müntefering, und „die müssen solidarische sein.“


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