Endlich wieder unter drei Millionen. Seit den 1970er Jahren hat sich die Arbeitslosigkeit in jeder Krise aufgetürmt. In den Aufschwüngen konnte sie nicht wieder auf das Ausgangsniveau abgebaut werden. Da ist die erreichte „2“ vor dem Komma mehr als ein Symbol, sondern wirklich ein Erfolg.
Klar ist, die Politik hat dazu „nur“ förderliche Rahmenbedingungen beigetragen. Die Jobs schafft die Wirtschaft. Aber alle Reformskeptiker sollten sich überlegen, wo wir heute stünden, wäre unter Rot-Grün nichts geschehen.
Klar ist auch: Nach wie vor bleibt viel zu tun. Drei Millionen sind nach wie vor viel zu viel. Deshalb darf es beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit kein Nachlassen geben.
Viele, die keine Arbeit haben, tauchen aus unterschiedlichen Gründen nicht in der Statistik auf. Deshalb brauchen wir neben der international vergleichbaren Quote eine weitere, die das ganze Problem abbildet.
Viele der neuen Jobs sind nicht auskömmlich für den Lebensunterhalt. Deshalb brauchen wir Mindestlöhne.
Nur 40 Prozent der über 55-Jährigen sind noch in Lohn und Brot. Deshalb brauchen wir einen Kulturwandel in den Unternehmen und Arbeitsplätze, die die Gesundheit und Qualifikation erhalten.
Und immer mehr können dem zunehmenden Druck in unserer Arbeitswelt kaum standhalten. Deshalb brauchen wir eine breite gesellschaftliche Debatte darüber, welchen Stellenwert die Arbeit hat, wieviel Flexibilität wir zu leisten in der Lage sind, wieviel Sicherheit wir benötigen, letztlich: in welcher Gesellschaft wir leben wollen.



















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