Ich sitze mit unserer Europakandidatin Stella Kirgiane-Efremidis und Helen Heberer im ICE und lasse den eben zu Ende gegangenen Sonderparteitag in Berlin Revue passieren. Steinmeier ist nominiert, Münte gewählt, Stimmung gut. Jetzt geht’s also los.
Andrea Nahles hatte den Parteitag eröffnet. Ein „Sonderparteitag“ war es, weil die Partei sich zu ihren regelmäßigen, mehrtägigen Bundesparteitagen ansonsten alle zwei Jahre trifft, zuletzt 2007 in Hamburg als das Grundsatzprogramm verabschiedet wurde. Dieser außerordentliche Parteitag wurde wegen der Nominierung eines Kanzlerkandidaten und der Wahl eines neuen Parteivorsitzenden einberufen. Andrea sagte aber auch, dass dies ein „Sonderparteitag“ sei, weil er in ganz besonderen Zeiten stattfinde. Zeiten, in denen der Turbokapitalismus sein zerstörerisches Gesicht gezeigt hat. Zeiten, in denen der Glaube an freie Märkte einen entscheidenden Dämpfer erhalten hat. Zeiten aber auch, wo der Staat eine Renaissance als ordnende Kraft erleben kann und internationale Zusammenarbeit auch von denen anerkannt wird, die bislang dachten, sie kämen auch alleine zurecht. Als Optimist sehe ich in der Krise auch die Chance – auf bessere Regeln, auf mehr Kooperation, vor allem darauf, dass der Mensch wieder mehr ins Zentrum rückt. Denn Wirtschaft, Staat, Politik, sie sind letztlich für die Menschen da, darauf müssen wir uns wieder besinnen.
PS: „Wann wir schreiten Seit’ an Seit’“ muss ich jetzt endlich mal auswendig lernen, damit ich das nächste Mal ordentlich mitsingen kann.



















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