Modell Götz Werner?

In Debatten ist immer wieder die Rede von einem „BGE“. Besonders das Modell von Götz Werner macht die Runde. Aber Götz Werner will nicht nur ein bedingungsloses Grundeinkommen, sondern gleich auch noch das ganze Steuersystem umkrempeln und nur noch Konsumsteuern erheben. Das ist sicher weder das beste noch gar das realistischste Modell, das vorliegt.

Was mich an dem Thema interessiert, ist die Frage, wie wir mehr Würde und mehr Selbstbestimmung ins System bekommen. Aber ich bleibe bei „ins System“, das heißt: ich bin kein Freund von „bedingungslos“.

Mein Menschenbild und das Gesellschaftsbild, das darauf aufbaut, ist eines, in dem Rechte und Pflichten in einer Balance sind und Eigenverantwortung gilt, ebenso wie Solidarität.

Ich interessiere mich daher eher für Fragen, wie unsere Arbeitsgesellschaft zu einer Tätigkeitsgesellschaft weiterentwickelt werden kann und wie wir hierfür unseren engen (Erwerbs-)Arbeitsbegriff erweitern können und gesellschaftlich notwendige Arbeit, die wir heute dem Ehrenamt oder der Freizeit zurechnen, aufwerten und mehr Anerkennung geben können.

2 Antworten zu „Modell Götz Werner?“


  1. 1 Roland 2. September 2009 um 17:05

    ja habe letztens einen guten Artikel über das bedingungslose Grundeinkommen in einem Afrikanischen Dorf gelesen. Der Versuch von einem Entwicklungshelfer und der evangelische Kirche hat dort ein wahres Wunder bewirkt.

    Die ist jedoch nicht vergleichbar mit dem BGE von Herrn Werner. Dies würde bedeuten auch er und viele Millionäre würden das BGE ebenfalls bekommen und von der Konsumsteuer wären die niedrigen Einkommen besonders hart betroffen, siehe Konsum- und Sparquote. Es ist aber ein Fehler alle BGE- Modelle generell abzulehnen oder pauschal zu befürworten. Es sollten schon die Differenzen der einzelnen Entwürfe sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile abgewogen werden.

  2. 2 Visionär 1. Oktober 2009 um 16:13

    Wer nicht wagt, kann nicht gewinnen.
    Kompromisse bringen die Gesellschaft gemeinsam nicht weiter. Im Gegenteil, je länger wir zusehen, diskutieren und die Spaltung der Gesellschaft zulassen umso ungerechter wird es und die NPD dankt uns.
    SPD, Grüne verkomplizieren alles nur mit Ihren sogenannten „Gerechtigkeitswahnsinn.“
    Dann würde ich viel lieber den Visionären Götz Werner ausprobieren.
    Zusätzlich würde ich endlich das „Beamtentum“ abschaffen oder diese Klientel soll auch ohne jegliche Ausnahmen genauso wie die Angestellten behandelt werden mit Abzüge für die Sozoialversicherungen, mit Lohnsteuer, Soli, in Rente ohne Weihnachtsgratifikation oder 13. Gehalt, etc.
    Nach dem Grundgesetz sind alle Menschen gleich. Die Beamten anscheinend gleicher. Sie können gar nicht verstehen, wie das sein kann, daß man am Ende des Monats kein Geld auf das Konto kommt. Na ja, da kann Wirtschaftskrise kommen, die einzige Klientel die bei den Banken bedingungslos noch Kredite bekommt sind die Beamten.
    Herr Castelluci, immer mehr hochqualifizierte (mit Studium, Auslandserfahrung) Selbständige, kreative Menschen, Filmemacher, Werbefachleute, Unternehmensberater, etc. sind auch von der Arbeitslosigkeit betroffen. Nicht zu vergessen die hochqalifizierte Klientel 50+ die „ungewollt“ in Outplacementgesellschaften ausgelagert und in der Selbständigkeit getrieben worden sind.
    Machen Sie doch mal 1/2 Jahr bei der ARGE (Hartz IV) Praktikum. Sie werden überrascht sein, wieviele Menschen 40 Stunden/Woche arbeiten und ein Lohn unter Existenzminimum erhalten.
    Weiterhin aber Hartz IV Empfänger sind, oder sogar 1-Euro Jober. Und das mit Studium und bis 20 Jahre Berufserfahrung. Die SPD hat die letzten 8 Jahren nicht mal geschafft, eine Änderung bei Hartz IV betreffend Lebensversicherung zu erreichen. Aber diese SPD hat die 70/80 Jahre gesetzliche Vorschriften mitgetragen, daß bei Selbständigkeit durch eine Lebensversicherung für die Rente vorzusorgen ist. Wenn aber die Insolvenz nach 20 Jahren droht hat derjeniger erst seine LV zu veräußern und erst danach erhält er die Staatliche Unterstützung. Oder die Gesundheitsreform von Frau Schmidt, die Krankenkassen betreiben Zwangsvollstreckung wenn man die Beiträge als Selbständiger nicht bezahlen kann. Früher konnte man mindestens selbst entscheiden ob man sich kranken versichern kann in schwierigen Wirtschaftslagen oder das Risiko selbst eingeht.
    Glauben Sie wirklich daß mit der Mindestlohnregelung mehr Arbeitsplätze schaffen? Wenn wollen Sie dies noch glaubhaft machen? „Das System hat sich aufgehängt“ heißt in der EDV. Sehr wohl kann man dies auf unser Gesellschaftssystem übertragen.
    Schaffen Sie endlich das Steuersystem und die 80.000 Gesetze ab, schaffen Sie die Bevormundung ab, schaffen Sie wieder Freiheit und Vertrauen dann werden die Menschen wieder Ihr eigenes Leben langfristiger planen können, selbst sich versorgen können und nicht auf die Almosen des Staates angewiesen sein.

    Ich bin für BGE denn ich habe Respekt vor Menschen und vertraue den Menschen und beschäftige ich mich nicht mit der Minderheit die sowieso die Gesetze immer nur ausnutzen.
    Damit beschäftigen sich Menschen die unbedingt dieses System so aufrecht erhalten möchten, damit sie die Berechtigung für Ihre Arbeit behalten.
    Wir bräuchten keine Soziale „Bittstationen“ wenn wir mehr Mut zur Gesamterneuerung unserer Gesellschaftssystems à la Götz Werner hätten und Prävention ab Kindesalter betreiben würden mit Bildung und Selbsverwirklichung.
    Dann könnten wir endlich von ein „würdevolles Leben“ sprechen.


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