Subsidiarität.
Kompliziertes Wort, aber wichtiges Prinzip. Eines von drei Prinzipien der katholischen Soziallehre. Manchmal lohnt es, den Groll gegen Fremdwörter beiseite zu schieben und sich auf deren Aussage einzulassen. Subsidiarität handelt davon, dass die Ebene, die am Besten geeignet ist, ein Problem zu lösen oder eine Aufgabe zu erfüllen, dies auch tun (können) soll. Das Gegenteil wäre der alles an sich ziehende Zentralstaat oder der völlig sich selbst überlassene Einzelne.
Subsidiarität teilt aber nicht nur auf. Subsidiarität und Solidarität gehören zusammen. Wo eine Ebene nicht ausreicht, hilft die nächste mit. So sind in Deutschland Ganztagsschulen gefördert worden. Nämlich mit einem Bundesprogramm zur Unterstützung der Kommunen.
Ein Bundesstaat, wie ihn Artikel 20 unseres Grundgesetzes festschreibt, kann nur subsidiär funktionieren. Wenn eine politische Ebene keine Aufgabe hat, braucht man sie auch nicht. Subsidiarität hat aber nicht nur etwas mit unserem Staat zu tun. Es gibt ein orientalisches Sprichwort, das lautet: „Wenn Du eine hilfreiche Hand brauchst, suche sie am Ende Deines Armes.“
Wir haben uns ein Stück weit zu sehr angewöhnt, die Lösung unserer Probleme von anderen zu erwarten. Der Ruf nach dem Staat erschallt mir oftmals zu schnell. Ich bin so erzogen worden, dass ich zunächst einmal für mich selbst Verantwortung habe. Als ich von der Grundschule aufs Gymasium kam, hat meine Mutter mir gesagt: „Das musst Du jetzt alleine schaffen. Dabei kann ich Dir nicht mehr helfen.“ Unabhängig davon, ob das stimmte – sie hat mir mit diesem Satz mehr geholfen als durch Nachhilfe in Latein. Und wenn der Nachbar krank oder arbeitslos ist, braucht man nicht auf das nächste Gesetz aus Berlin zu warten, sondern kann als Freund, Nächster, Betriebsrätin oder Bürgermeister mehr und schneller helfen. Und dass es hilft, darauf kommt es an.



















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